Dann ging es durch das dicht besiedelte Tal nach Cartago, nicht weit von San Jose. In Cartago war ein sehr schöner Markt, den ich mir gerne angesehen hätte, aber es war so voll, dass ich keinen Parkplatz fand, und weiter abseits wollte ich mein voll gepacktes Auto nicht stehen lassen. Fotografieren ging bei dem Verkehr auch nicht, also gibts nichts als meine kleine Schilderung, wie bunt und voller Menschen der Markt war mit überquellenden Obst- und Gemüseständen, Imbissbuden, Musik und allem möglichen Tralala. Weiter ging es mitten durch die City von Cartago mit Verkehr, wie ich es aus San Jose kannte: Stop & go. Irgendwann war ich durch, und dann ging es aufwärts in die südwestlichen hohen Berge meinem heutigen Ziel entgegen, der Regenwald- Lodge im tiefen Bergtal des Flusses bzw. Bergbaches Savegre. Immer wieder gab es bei der ca. 60 km langen Fahrt von Cartago aus Pässe und Höhenrücken mit wundervollen Ausblicken. Einige Fotos habe ich gemacht, musste aber doch noch ständig schalten (sau doof, dass das Auto keine Automatik hat) und lenken und auf den Verkehr aufpassen. Es war in dieser Region zwar längst nicht so voll wie anderswo, aber dafür bretterten die Trucks mit Höchstgeschwindigkeit über die Straße, die habe ich lieber vorbei gelassen. Einen Bus hatte ein Truck in den Graben gedrückt, schien sonst aber nichts Schlimmes passiert zu sein. An einer regionalen Kaffee Verkaufsstelle habe ich Pause gemacht und schönen Apple Pie mit Vanilleeis gegessen. So was gibt's hier auch, selbst da, wo man es kaum vermutet.
Dann kam die Abzweigung zur Lodge, 9 km weit im Savegre-Tal. Es ging auf einer wirklich abenteuerlich steilen und schmalen Schotterstraße HINUNTER, mindestens 400 m tief in ein dicht mit Regenwald bedecktes tiefes Bergtal. Atemberaubende Fahrt, atemberaubende Ausblicke! Wahnsinn! Unten in dem wild romantischen Tal gibt es mehrere Lodges und Touristenanlagen. Es sieht einsam aus, ist es aber nicht: Voll im Griff des Tourismus. Die Savegre Lodge - Natur & Spa - ist hochwertig und mit so vielen Bungalows bestückt, dass sie ein kleines Dorf bildet. Viel sind hier Gruppen aus Deutschland, auch aus den USA, wie ich hörte.
Aber mit dem Abenteuer war es noch nicht zu Ende. Ich war zeitig da und konnte noch eine zweistündige Wanderung zu den nahen Wasserfällen unternehmen - das war vielleicht ein wilder Pfad! Das erste Stück zu kleineren Wasserfällen ging ja noch, aber das weitere Stück war schon ein schwieriger, schmieriger Wander- und Kletterpfad. Konnte mich nicht abhalten. Der Wasserfall am Ende war gigantsich, aber schlecht zu fotografieren, weil man dazu auf einen sehr glitschigen, nicht gesicherten Felsen steigen musste, das habe ich dann doch besser gelassen. Also gibts die Fotos nur so, wie ich den Wasserfall wirklich gesehen habe: durch die Bäume durch. War aber trotz allem toll! Allerdings hätte ein deutscher / österreichischer / italienischer Parkinspektor diesen trail SOFORT gesperrt, von Schweizern ganz zu schweigen...
Jetzt bin ich ziemlich k.o. von all den Unternehmungen und Erlebnissen. Gehe gerne früh ins Bett, denn morgen geht's wieder früh raus, die wilde Bergstraße wieder hinauf und zurück auf die Hauptstraße, und dann weiter gen Südwesten an den Pazifik, wo ein weiterer Höhepunkt kommt: Der Corcovado Nationalpark mit der Lodge an der Drake Bay, die nur per Boot erreicht werden kann. Ich muss dazu um 11 Uhr am Ableger sein, wo ich das Auto dann für drei Nächte stehen lasse. Ob dort auf der Halbinsel auch WiFi sein wird, weiß ich nicht. Kann sein, dass es dann drei Tage Funkstille von mir gibt, also kein Internet.
Die Fotos von heute gibt es hier:
https://goo.gl/photos/fADdPtfiZmeeLPpr5
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